Thema anzeigen : Müde...


fmj
Der Frühling kommt, eigentlich ein grund zum Freuen, aber ich bin einfach nur müde. Müde den Sommer in diesem Loch hier zu verbringen, müde den Sommer überhaupt zu erleben. Nein, ich werfe mich nicht gleich vor den nächsten Zug. Mit fehlt einfach zur Zeit die Perspektive. Ereignisse die man mit Freude erwartet, Ziele die man unbedingt erreichen will. Das Berufsleben ist langweilig. Trotz allem fehlt mir die Motivation die Initiative zu ergreiffen und mir Ziele zu stecken. Im Moment plätschert einfach alles vor sich dahin und ich hab keine Lust was dagegen zu unternehmen, weil ich keinen lohnenswerten Grund dafür sehe.

Habt ihr diesen Zustand auch schon erlebt und wie geht ihr damit um?

Lord Ghost
normal, das alter macht sich bemerkbar.
Es taucht langsam die Sinnesfrage auf, eine ungewissheit wo alles hinführen soll, ein Gefühl der Bodenlosigkeit des... ..plätschert einfach alles vor sich dahin ... ...dahinplätscherns.

Wir können einfach nicht mehr die Welt mit der früheren fast kindlichen naivität sehen, wo wir uns noch keine Gedanken über morgen machen mussten und einfach in einen Tag hineinleben konnten.
Die niederschlagenden Tatsachen waren nach 5 minuten vergessen und man konnte uns so leicht eine freude machen.

Heute ist es anders. Stress im Geschäft, stress Zuhause und vielleicht sogar Stress mit der Freundin/dem Freund.
Doch irgendwie ist es nicht wirklich real... es lässt einem mehr oder weniger kalt und man macht was man musst...

wir mutieren zur biologischen, emotionslosen Maschine.


Meine Zuflucht davor ist immer:

Ich hol mir ein Buch von jemandem dem es noch beschissener geht, setz mich auf eine Bank mit guter Aussicht, rauche ne tüte und geniesse die Untergehende Sonne.
DAS ist es, worauf ich mich im Frühling freue... und schon wieder hat das Leben ein Sinn.

Für solch kurze momente rackern wir uns Tagelang ab.

red-evil
Meine Zuflucht davor ist immer:

Ich hol mir ein Buch von jemandem dem es noch beschissener geht, setz mich auf eine Bank mit guter Aussicht, rauche ne tüte und geniesse die Untergehende Sonne.

boah das nenn ich mal ne geile idee :)
muss ich mir merken danke :)

übrigens stimm ich dir voll zu. man fängt an sich gedanken über sein leben zu machen. schnell vergisst man auch die schönen sachen. leider sitzen die schlechten sachen tiefer wie das schöne..
ich versuche vor allem meine freizeit zu geniessen, wie du beschrieben hast.

@fmj: jetzt weiss ich, was wir heute abend machen ;)

kanelor
mein ziel ist:

möglist schnell in die sommerferien zu kommen.

Lord Ghost
Sommerferie... da geh ich nach Amserdam.... jaja das wird was :smoke:

gyrotron
Zu diesem Thema zitiere ich den Text aus dem IT-Business Heft vom 1/2006:

Stellen Sie bei Sätzen wie «Ich muss noch schnell dahin», «Ich muss schnell einen Anruf tätigen» oder «Kann ich schnell stören» auch fest, dass das Wort «schnell» eine ungeheuer wichtige Stellung in unserem Sprachgebrauch eingenommen hat? Meines Erachtens ist das Wort «schnell» in unseren Köpfen zu einem regelrechten Stressfaktor mutiert. Alles muss «schnell» gehen. Wozu eigentlich? Damit wir mehr Zeit für Nutzlosigkeiten verplempern können? Hand aufs Herz – wieviel Zeit verbringen Sie vorm Fernseher, Computer, beim Telefonieren etc. und wieviel investieren Sie in zwischenmenschliche Belange, in Treffen mit Freunden und Arbeitskollegen, darin mit der Familie etwas zu unternehmen? Heute ist bekannt, dass Stress ein wichtiger, gesundheitsschädigender Faktor in unserem Leben ist. Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden nicht nur durch ungesunde Ernährungsgewohnheiten oder Lebensweisen wie Rauchen, übermässiger Alkoholkonsum oder zuwenig Bewegung, ausgelöst.
Stress spielt eine genau so grosse Rolle oder ist sogar Auslöser für die ungesunde Lebensweise. Nun werden Sie sich fragen, was hat das mit IT zu tun? Nun vieles, denn so schnelllebig wie die IT ist, so krampfhaft versuchen wir uns auf ein Tempo einzustellen, das wir nicht durchhalten können, weil wir Menschen und keine Maschinen sind. Ich stelle fest, dass dabei häufig zwischenmenschliche Begegnungen zu kurz kommen weil alles schnell erledigt werden muss. Da werden innerhalb einer halben Stunde zehn E-Mails oder SMS hin und her geschickt, anstatt einfach einen Anruf zu tätigen und das Anliegen in ein paar Minuten mündlich darzulegen.

Die Kommunikation, welche früher hauptsächlich persönlich stattfand, lagert sich heute mehr und mehr auf die elektronischen Medien aus.
Im Berufsleben macht das Sinn, denn das geschriebene Wort hat mehr Beweiskraft als das gesprochene – es sei denn, das Gespräch wird aufgezeichnet – und man erreicht den Gesprächspartner zu jeder Zeit ohne zu stören. Dem Menschen sind zur Kommunikation aber Stimme, Mimik und Gestik gegeben. Nehmen wir uns doch die Zeit, diese Fähigkeiten wenigstens im privaten Bereich einzusetzen.
Versuchen wir doch zu erkennen was wichtig ist und uns von Belang- und Nutzlosem zu lösen um die gewonnene Zeit für Zwischenmenschliches, Gemeinschaft oder Bildung einsetzen.

Schalten wir doch einen Gang zurück und nutzen die Winterzeit dazu das Tempo etwas zu drosseln. Unserer Gesundheit zuliebe.

Petra de Meo

Dieser Text trifft es so. Fühle mich im Moment so ausgebrannt, dazu hatte ne schwierige Zeit. Freue mich irgendwie auf den Sommer und die kommende Wärme. (Punta Cana, ich komme :D)

http://www.gruponuevomundo.com.pe/trustweb/resources/graphics/destinos/imagenHotelChica210.jpg

fmj
Lord Ghost: Du beschreibst es verflucht gut! Danke dafür, hat mich echt aufgeheitert, weil dies meine Gefühlslage fast perfekt wiederspiegelt.

Ich hatte wenig Zeit zum schreiben. Darum noch etwas ausführlicher.
- Arbeit: Langeweile pur, fühle mich wie ein Gefangener, geknechtet vom System und das nach nem 3/4 Jahr.
- Familie: War bei mir nie so toll. Es zieht mich ausm Haus. Ich komme Abends heim und weiss, wenn es nach meinem Geschmack läuft, wann ich mich wieder verziehe. Es herrscht dicke Luft und das seit Jahren. Ich habs zwar mit meinen Eltern ziemlich gut, aber die Atmosphäre ist eiskalt. Mehr sag ich dazu nicht.
- Freunde: Gibt es nichts zu bemängeln
- Freundin: Bin Single, aber ich bemühe mich, dass sich dies ändert. Obwohl ich eigentlich hin- und hergerissen bin. Ich hänge an meiner Freiheit eigentlich mehr als an allem anderen. Und wir wissen ja: Meistens kommt es anders und häufig als man denkt ;)

Ahjo, dieser Satz könnte glatt von mir sein:
Doch irgendwie ist es nicht wirklich real... es lässt einem mehr oder weniger kalt und man macht was man musst...


Hier in der industrialisierten, und von der Wirtschaft dominierten Welt, fühle ich mich zwar integriert und ich bin bereit ein Leben als funktionierendes Mitglied zu führen, aber es ist für mich nie und nimmer ein Gefühl der Zufriedenheit. Manchmal würde ich am liebsten in die Einöde verschwinden, auch wenns anfangs schwierig wäre, die Natur und die Abgeschiedenheit vermisse ich teilweise sehr.

Passend zum Thema, der Beginn eines Songs:

In einer Welt in der man nur noch lebt
damit man täglich roboten geht
ist die größte Aufregung die es noch gibt
das allabendliche Fernsehbild.
Jeder Mensch lebt wie ein Uhrwerk
wie ein Computer programmiert
es gibt keinen der sich dagegen wehrt
nur ein paar Jugendliche sind frustriert.


PS: Nur um es nochmals zu verdeutlichen, ich bin nicht depressiv. Es ergibt nur im Moment keinen Sinn so wie es ist. Ich kann trotzdem lachen, und das ist doch die Hauptsache :)

jucker
Ich hatte auch ne Zeit lang das Gefühl, nur zu arbeiten und zu arbeiten und keinen Sinn und kein Ende dieser Langeweile zu sehen.

Nun ich habe angefangen, mir Ziele zu setzen. Und zwar mit Belohnung. Beispiel: Ich bin im Moment an meiner IPA. Die ziehe ich durch, arbeite für meinen Abschluss ohne Rücksicht auf Freizeit. Nach der IPA nehme ich mir 3 Tage Ferien und verschwinde mit meiner Freundin in den Jura.

Danach ist das Tagesgeschäft auch wieder lockerer, und ich belohne mich nur mit dem Wochenende.

Naja bei mir funktioniert das Ganze, bin aber auch ziemlich schnell zufrieden. Manchmal belohne ich mich auch mit Sport ;)

Sport, vor allem regelmässiges Ausüben einer Sportart an der man Freude hat, ist übrigens ein sehr gutes Mittel um Stress abzubauen und für mich mittlerweile ein Lichtblick unter der Woche. :rolleyes:

fmj
Sport, vor allem regelmässiges Ausüben einer Sportart an der man Freude hat, ist übrigens ein sehr gutes Mittel um Stress abzubauen und für mich mittlerweile ein Lichtblick unter der Woche. :rolleyes:

Kleine Belohnungen... hmm, ich denke und lebe nicht nach diesem prinzip ;) und doch belohne ich mich (leider) zu oft mit einem joint.
zum thema stress: was ist stress? es ist mir einfach nur langweilig
:smoke:

Lord Ghost
Naja ich belohne mich nicht mit einem Joint... ich bau damit gezielt Stress ab. Nur in letzter Zeit brauchte ich keinen mehr... hab seit einer Woche Schulferien... d.h.: 50% weniger Stress :)

Das Wetter schlägt extrem auf die Motivation. bei uns schneits jetzt.

seitla
Das Wetter schlägt extrem auf die Motivation. bei uns schneits jetzt.
Kenn ich!
Mir geht es in letzter Zeit ähndlich wie FMJ
Aber gestern, als es so schön war bin ich richtig "aufgeblüht". Plötzlich war ich wach, top fit, und hatte richtig lust, etwas zu unternehmen!
Aber heute, wo es regnet kackt mich alles an... :geknickt:

Lord Ghost
Wenns mir so beschissen geht, versuche ich mich an ein Erlebniss zu erinnern, welches mir gefallen hat. nicht die Handlung, sondern das Gefühl. zum Beispiel als ich letzten Sommer in Frankreich gleich als erstes an den Strand ging. Das Gefühl von unendlicher Freiheit und so stresslos. niemand zwingt dich zu etwasem und du kannst die Ruhe geniessen.

Naja als ich damals am ersten Tag da stand kam plötzlich ne hübsches deutsches mädchen angerannt und umarmte mich... erst nach etwa ne viertelstunde umarmungen von noch anderen mädchen fand ich heraus das ich sie das jahr zuvor kennenlernte... konnte mich zwar nich mehr erinnern aber sie schon :D
jaja mich vergisst man auch nicht so schnell *g*

diese erinnerungen machen mich immer wieder froh und geben mir ein gefühl von Sinn und fröhliches im leben.
Diese erinnerungen sind immer wieder ein Sonnenstrahl im tristen Berufsalltag

Flyingdutchman
Diese "es kackt mich alles an" phasen hat glaube ich jeder...wie die medien immer prangen, dass nun wieder die Zeit der Frühlingsmüdigkeit, Novemberdepression etc.! Laut GMX.de hat das damit zu tun, dass es während dieser Zeit zu einer Umstellung der Hormone kommt und das dies zu dieser Müdigkeit führt.

Naja, genug Wissenschaft, denn immerhin gilt es diese Phase zu überwinden nicht wahr:)? Also wenn ich mal wieder sone "anschiss" phase habe, bringt mich die Musik immer wieder auf einen grünen Zweig. Vermutlich liegt das auch daran, dass bei mir Musik auch mit Erinnerungen verbunden ist und mich das Fröhlich stimmt (ähnlich wie bei Lord Ghost). Was ich aber vorallem merke, wenn ich selber musik spiele: Ich kann einfach mal die Sau rauslassen :monkey: und es geht mir im nachhinein häufig wirklich besser.

Mein tipp: Fangt an ein Instrument zu spielen...da könnt ihr euren Schlechten Gefühlen wirklich mal freien lauf lassen...

Tara
zum thema stress: was ist stress? es ist mir einfach nur langweilig
:smoke:

der stress dem man heute ausgesetzt ist, hat gar nicht mehr wirklich mit übermässiger arbeit zu tun. es geht eher um die unsicherheiten in der zukunft. dem menschen macht es nicht viel aus hart zu arbeiten, wenn er aber keine perspektiven oder keine zukunft hat ist das schon schwieriger.
wenn du jahrelang hart für eine firma gearbeitet hast und dann mit 55 entlassen wirst wegen "umstrukturierungen".

genau dieser art von stress werden jetzt auch die französischen berufseinsteiger haben. zwei jahre lang unsicherheit, wärend zwei jahren kannst du dir nichts grösseres leisten, keine familie gründen und dir keine eigene wohnung leisten. denn es könnte dir jeden tag gekündigt werden und du stehst ohne geld und mit einem berg schulden da. dieser psychologische stress ist es der einen zerstört.

Lord Ghost
jetzt haben wir schon mehrere verschiedene Sachen

die emotionslose Gleichgültigkeit ("dahinplätschern")
der alltagsstress
die Exitenz Angst

Pendecho
Ich denke dieses Gefühl kennt jeder, so ne Planlosigkeit was das alles überhaupt soll, bei mir war es vorallem schlimm in meiner Zeit als Kiffer, da hatte ich das vorallem im Herbst und im Winter recht oft, das ich am morgen aufgestanden bin und einfach dachte "Wieso?" weil ich echt teilweise auf nix mehr bock hatte, und das hat sich tatsächlich belegt seit ich aufgehört hab.
Ich will damit aber ned sagen das Kiffen was böses ist oder so :monkey: