JimKnopf
Hi,
so nun erstelle ich mal einen Fred zu einem Thema, welches mich sehr interessiert und beschäftigt:
Die Bedeutung der Wirtschaft in der heutigen Zeit und die Auswirkungen dieser Bedeutung.
Ihr denkt jetzt sicher:"Oh nein, nicht ein so stinklangweiliges Thema", euch kann ich das Buch "Wir lassen uns nicht kaufen" von Noreena Hertz empfehlen, einer Ökonomin und Globalisierungsgegnerin.
Ich selbst habe dieses Buch gelesen, und muss sagen es war eines der besten Bücher die ich je gelesen habe, und hat mich nachhaltig verändert.
Hier ein kleiner Auszug:
Wie wir hörten, ist in der heutigen Welt die Ökonomie zur neuen Politik geworden, und wirtschaftliche Ziele wiegen heute schwerer als politische oder soziale Belange. Regierungen streben nicht mehr nach territorialer Expansion, sondern danach, den Anteil ihres Landes am Weltmarkt zu vergrößern, und Politiker brauchen Großunternehmen zur Finanzierung ihrer Wahlkämpfe und zur Schaffung von Arbeitsplätzen, ohne die sie keine Wahl gewinnen können. Dies gefährdet ihre Unparteilichkeit. Gleichzeitig ist es zu einer wachsenden Entfremdung zwischen Bürgern und Politikern gekommen...
Die Protestbewegung gibt jenen Menschen eine Stimme, denen das Recht vorenthalten wird, ihre Regierungen zu wählen, und denjenigen, die das Gefühl haben, dass ihre gewählten Vertreter nicht mehr ihre Interessen wahrnehmen. Sie gibt Menschen, die ansonsten keine Mitspracherechte haben, vor allem der Jugend, die in allen Demokratien der Welt die Gruppe ist, die ihre Meinung am wenigsten durch den traditionellen Gang zur Wahlurne bekundet, die Möglichkeit, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen...
Und besonders dieses Zitat trifft es auf den Kopf:
Es ist zur Regel geworden, dass Politiker überzogene Versprechungen machen und übertriebene Erwartungen wecken, ohne die Kosten zu erwähnen, die dabei anfallen. Statt die immer größer und mächtiger werdenden Konzerne zu bändigen, drücken die Behörden bei Megafusionen im Wert von vielen Milliarden Dollar die Augen zu...
In Anbetracht der Tatsache, dass multinationale Unternehmen damit drohen können, ihr Kapital aus einem Staat abzuziehen, wenn ihnen politische Maßnahmen missfallen oder die Steuersätze zu hoch sind, und dass der Markt dazu neigt, jene Staaten abzustrafen, die sich seines Erachtens fiskalpolitisch unverantwortlich verhalten, ist es praktisch ausgeschlossen, dass einzelne Staaten das Machtgleichgewicht in einer Weise verschieben werden, die der Wirtschaft zum Nachteil gereicht.
Dies sind die kurzfristigen Aussichten für Veränderungen. Doch wenn die Staaten nicht genügend Weitsicht besitzen, um der "Schleichenden Machtübernahme" entgegenzutreten; wenn sie nicht gewillt sind, die Lehren aus der Fortschritts- und Umweltbewegung der Vergangenheit zu ziehen, nach Lösungen zu suchen, dem Druck von Großunternehmen zu widerstehen, wenn der Marktmechanismus versagt oder wenn das Gewinnstreben der Unternehmen dem öffentlichen Interesse zuwiderläuft; wenn sie davor zurückschrecken, Unternehmen durch Androhung von Zwangsmitteln gefügig zu machen; wenn sie den Kontakt zum Volk verlieren und wenn sie sich nicht darum bemühen, den Bürgern mehr Mitspracherechte in dem System einzuräumen - wobei sie sich die neuen Technologien zunutze machen sollten, um mit den Bürgern in Kontakt zu treten und sie zu verstärkter Mitwirkung aufzufordern. Wenn sie vergessen, dass die Menschen eine Welt ablehnen, in der sich alles um Wachstumsraten und private Kapitalströme dreht - wenn sie in alt diesen Punkten versagen, schaufeln sie sich ihr eigenes Grab, und die Welt, in der wir leben, wird eine Welt sein, in der die Unternehmen das Sagen haben, die Märkte über dem Gesetz stehen und Wahlen der Vergangenheit angehören. Die Endphase der Machtübernahme ist das Ende der Politik selbst - die Ablösung der Politik durch den Protest.
Da kurzfristige Faktoren den Status quo unterstützen, gibt es keine Garantie dafür, dass Staaten auf diese langfristigen Gefahren reagieren werden. Radikale Maßnahmen sind von den etablierten politischen Kräften nicht zu erwarten, und Politiker neigen dazu, das System zu erhalten, das sie hervorgebracht hat. Dies sollte uns mit echter Sorge erfüllen. Einstmals bedurfte es des Crashs an der Wall Street, der anschließenden Weltwirtschaftskrise, des Aufstiegs des Faschismus und des Zweiten Weltkriegs, ehe wir bereit waren, unsere Haltung gegenüber globalen Angelegenheiten zu hinterfragen. Wenn wir verhindern wollen, dauerhaft von den Schlüsselentscheidungen, die unser Leben prägen, ausgeschlossen zu werden, müssen wir jetzt wirksame Maßnahmen ergreifen.
Da weder die Wirtschaft noch die Politik ohne die Unterstützung der Bevölkerung überleben kann, sind wir in einer starken Position, wenn wir uns zusammentun und gemeinsam auf Veränderungen drängen. Als Verbraucher müssen wir wachsam und aktiv sein; als Protestierende müssen wir unsere Politiker dazu zwingen, die Gefahren der Untätigkeit zu erkennen und angemessen zu reagieren. Und als Bürger müssen wir der Regierung eindringlich zu verstehen geben, dass wir - solange die Politik die Belange der Menschen nicht genauso ernst nimmt wie die Interessen der Wirtschaft, solange sie ihren Flirt mit der Wirtschaft nicht beendet und solange uns die Politiker kein kaufenswertes Produkt anbieten - die repräsentative Demokratie weiterhin schmähen werden und lieber konsumieren und protestieren, als zur Wahl zu gehen. Erst wenn sich der Staat wieder um uns bemüht, werden wir uns wieder um den Staat bemühen.
Hier noch die Quelle (http://christoph-gaebler.de/hertz.htm)
Ich habe dieses Thema erstellt, weil ich es langsam an allen Enden und Ecken höre, und zwar das wirtschaftsfreundlich Politisiert werden solle und ich sehe immer mehr Leute, die das Gefühl haben, wenn es der Wirtschaft gut gehe (In Ihrem Land) dann habe das eine direkte Auswirkung auf Ihren Wohlstand.
Ich hoffe ich konnte ein wenig aufklären mit meinen Zitaten und hoffe auf (konstruktive) Kommentare.
JimKnopf
so nun erstelle ich mal einen Fred zu einem Thema, welches mich sehr interessiert und beschäftigt:
Die Bedeutung der Wirtschaft in der heutigen Zeit und die Auswirkungen dieser Bedeutung.
Ihr denkt jetzt sicher:"Oh nein, nicht ein so stinklangweiliges Thema", euch kann ich das Buch "Wir lassen uns nicht kaufen" von Noreena Hertz empfehlen, einer Ökonomin und Globalisierungsgegnerin.
Ich selbst habe dieses Buch gelesen, und muss sagen es war eines der besten Bücher die ich je gelesen habe, und hat mich nachhaltig verändert.
Hier ein kleiner Auszug:
Wie wir hörten, ist in der heutigen Welt die Ökonomie zur neuen Politik geworden, und wirtschaftliche Ziele wiegen heute schwerer als politische oder soziale Belange. Regierungen streben nicht mehr nach territorialer Expansion, sondern danach, den Anteil ihres Landes am Weltmarkt zu vergrößern, und Politiker brauchen Großunternehmen zur Finanzierung ihrer Wahlkämpfe und zur Schaffung von Arbeitsplätzen, ohne die sie keine Wahl gewinnen können. Dies gefährdet ihre Unparteilichkeit. Gleichzeitig ist es zu einer wachsenden Entfremdung zwischen Bürgern und Politikern gekommen...
Die Protestbewegung gibt jenen Menschen eine Stimme, denen das Recht vorenthalten wird, ihre Regierungen zu wählen, und denjenigen, die das Gefühl haben, dass ihre gewählten Vertreter nicht mehr ihre Interessen wahrnehmen. Sie gibt Menschen, die ansonsten keine Mitspracherechte haben, vor allem der Jugend, die in allen Demokratien der Welt die Gruppe ist, die ihre Meinung am wenigsten durch den traditionellen Gang zur Wahlurne bekundet, die Möglichkeit, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen...
Und besonders dieses Zitat trifft es auf den Kopf:
Es ist zur Regel geworden, dass Politiker überzogene Versprechungen machen und übertriebene Erwartungen wecken, ohne die Kosten zu erwähnen, die dabei anfallen. Statt die immer größer und mächtiger werdenden Konzerne zu bändigen, drücken die Behörden bei Megafusionen im Wert von vielen Milliarden Dollar die Augen zu...
In Anbetracht der Tatsache, dass multinationale Unternehmen damit drohen können, ihr Kapital aus einem Staat abzuziehen, wenn ihnen politische Maßnahmen missfallen oder die Steuersätze zu hoch sind, und dass der Markt dazu neigt, jene Staaten abzustrafen, die sich seines Erachtens fiskalpolitisch unverantwortlich verhalten, ist es praktisch ausgeschlossen, dass einzelne Staaten das Machtgleichgewicht in einer Weise verschieben werden, die der Wirtschaft zum Nachteil gereicht.
Dies sind die kurzfristigen Aussichten für Veränderungen. Doch wenn die Staaten nicht genügend Weitsicht besitzen, um der "Schleichenden Machtübernahme" entgegenzutreten; wenn sie nicht gewillt sind, die Lehren aus der Fortschritts- und Umweltbewegung der Vergangenheit zu ziehen, nach Lösungen zu suchen, dem Druck von Großunternehmen zu widerstehen, wenn der Marktmechanismus versagt oder wenn das Gewinnstreben der Unternehmen dem öffentlichen Interesse zuwiderläuft; wenn sie davor zurückschrecken, Unternehmen durch Androhung von Zwangsmitteln gefügig zu machen; wenn sie den Kontakt zum Volk verlieren und wenn sie sich nicht darum bemühen, den Bürgern mehr Mitspracherechte in dem System einzuräumen - wobei sie sich die neuen Technologien zunutze machen sollten, um mit den Bürgern in Kontakt zu treten und sie zu verstärkter Mitwirkung aufzufordern. Wenn sie vergessen, dass die Menschen eine Welt ablehnen, in der sich alles um Wachstumsraten und private Kapitalströme dreht - wenn sie in alt diesen Punkten versagen, schaufeln sie sich ihr eigenes Grab, und die Welt, in der wir leben, wird eine Welt sein, in der die Unternehmen das Sagen haben, die Märkte über dem Gesetz stehen und Wahlen der Vergangenheit angehören. Die Endphase der Machtübernahme ist das Ende der Politik selbst - die Ablösung der Politik durch den Protest.
Da kurzfristige Faktoren den Status quo unterstützen, gibt es keine Garantie dafür, dass Staaten auf diese langfristigen Gefahren reagieren werden. Radikale Maßnahmen sind von den etablierten politischen Kräften nicht zu erwarten, und Politiker neigen dazu, das System zu erhalten, das sie hervorgebracht hat. Dies sollte uns mit echter Sorge erfüllen. Einstmals bedurfte es des Crashs an der Wall Street, der anschließenden Weltwirtschaftskrise, des Aufstiegs des Faschismus und des Zweiten Weltkriegs, ehe wir bereit waren, unsere Haltung gegenüber globalen Angelegenheiten zu hinterfragen. Wenn wir verhindern wollen, dauerhaft von den Schlüsselentscheidungen, die unser Leben prägen, ausgeschlossen zu werden, müssen wir jetzt wirksame Maßnahmen ergreifen.
Da weder die Wirtschaft noch die Politik ohne die Unterstützung der Bevölkerung überleben kann, sind wir in einer starken Position, wenn wir uns zusammentun und gemeinsam auf Veränderungen drängen. Als Verbraucher müssen wir wachsam und aktiv sein; als Protestierende müssen wir unsere Politiker dazu zwingen, die Gefahren der Untätigkeit zu erkennen und angemessen zu reagieren. Und als Bürger müssen wir der Regierung eindringlich zu verstehen geben, dass wir - solange die Politik die Belange der Menschen nicht genauso ernst nimmt wie die Interessen der Wirtschaft, solange sie ihren Flirt mit der Wirtschaft nicht beendet und solange uns die Politiker kein kaufenswertes Produkt anbieten - die repräsentative Demokratie weiterhin schmähen werden und lieber konsumieren und protestieren, als zur Wahl zu gehen. Erst wenn sich der Staat wieder um uns bemüht, werden wir uns wieder um den Staat bemühen.
Hier noch die Quelle (http://christoph-gaebler.de/hertz.htm)
Ich habe dieses Thema erstellt, weil ich es langsam an allen Enden und Ecken höre, und zwar das wirtschaftsfreundlich Politisiert werden solle und ich sehe immer mehr Leute, die das Gefühl haben, wenn es der Wirtschaft gut gehe (In Ihrem Land) dann habe das eine direkte Auswirkung auf Ihren Wohlstand.
Ich hoffe ich konnte ein wenig aufklären mit meinen Zitaten und hoffe auf (konstruktive) Kommentare.
JimKnopf