Zentinel
Sind Schutzengel real?
1. Sind Schutzengel real?
2. Rettung durch die "innere Stimme"
3. Der Fall Peter Caddy
4. Der Lösungsansatz der Psychologie
5. Was steckt hinter der "Stimme aus dem Bauch"?
6. Der Lösungsansatz der Physik
7. Neues Denken ist gefragt
http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/schutzengel/ga4.jpg
Manchmal schließt unser Verstand so schnell, dass er scheinbar augenblicklich das richtige Ergebnis einer langen Kette von Schlussfolgerungen findet. Die Entscheidung dringt blitzartig in unser Bewusstsein ein. Das nennen wir dann Intuition. In diesem Sinne ist Intuition so ziemlich das gleiche wie rationales Denken - nur dass es sich sehr schnell und offenbar unbewusst abspielt.
Aber die Ereignisse, mit denen wir uns hier auseinandersetzen - scheinbare Führungen durch Schutzengel - , widersprechen jeder Logik und Erfahrung. Nehmen Sie folgenden Fall, den mir eine routinierte Fahrlehrerin erzählt hat: Die Ampel stand auf Grün, der Verkehr floss normal, die Sonne schien, nichts deutete auf etwas Ungewöhnliches hin. Dennoch stieg die Frau ganz plötzlich vor der Kreuzung auf die Bremse. Fast im selben Augenblick brauste ein offenbar betrunkener Fahrer mit vollem Tempo bei Rot über die Kreuzung. Ein Zusammenstoß hätte tödlich ausgehen können.
Nun kann man hier eine Erklärung finden: Fahrlehrer müssen so etwas wie den siebten Sinn entwickeln - noch mehr hören und sehen als der normale Autofahrer, noch schneller reagieren. Aber wir kennen solche Vorfälle auch aus Situationen, in denen der Einfluss der Sinnesorgane (und damit die Wirkung der Intuition) mit Sicherheit auszuschließen ist, Beispielsweise im Krieg: jemand schlägt einen Fluchtweg ein, der jeder Logik und Erfahrung widerspricht - aber gerade dadurch rettet er sein Leben. Gibt es also so etwas wie eine Führung von oben, eine Art Schutzengel, der uns vor Unheil bewahrt und langfristig plant?
Als gläubige Christen könnten wir die Frage mit ja beantworten. Denn die meisten von uns kennen sicher das kitschige Bild, auf dem ein Engel zwei Kinder über eine etwas wackelige Brücke führt. Doch wir sind nicht so gläubig, dass wir die Thesen unserer Kinderbücher als Fakten akzeptieren. Und selbst wenn wir das täten - wie kann es so etwas geben? Wie kann man derartige Phänomene einordnen?
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Rettung durch die "innere Stimme"
http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/schutzengel/ga2.jpg
Berichte über "innere Führer" gibt es auch in der Geschichte. Einer, der beispielsweise voll auf seinen inneren Lenker vertraute, war der griechische Philosoph Sokrates. Er nannte ihn "Daimonion", was mit unserem "Dämon" nicht richtig übersetzt wird. Denn wir verstehen unter einem Dämon ein böses Wesen. Für Sokrates aber war seine innere Stimme etwas Göttliches. Und sie bewahrte ihn oft vor Unheil.
So war es auch in der unglücklichen Schlacht bei Delion. Sokrates floh mit dem Heerführer Laches. An einem Scheideweg riet ihm seine innere Stimme, nicht den anderen zu folgen. Und so überlebten er und seine Getreuen, die sich auf den inneren Führer ihres Meisters verließen.
Warum aber verließ die innere Stimme Sokrates, als er angeklagt und sogar zum Tode verurteilt wurde? Er hätte sich ohne weiteres verteidigen können, aber er tat es nicht, weil seine innere Stimme stumm blieb, so sehr er auch in sich hineinhorchte. Der große Denker akzeptierte dieses Schweigen. Offenbar hatte sein "Dämon" Höheres vor, sogar um den Preis des Lebens.
Ähnlich erging es im 15. Jahrhundert dem ungebildeten Bauernmädchen Johanna. Es konnte weder lesen noch schreiben und verließ sich ausschließlich auf seine inneren Stimmen. Als Jeanne d'Arc, die Jungfrau von Orleans, gewann sie Schlachten, die erfahrene Heerführer ganz anders geführt hätten. Sie hielt durch, wo andere längst aufgaben. Sie bestand auf Kleinigkeiten, deren Wert sich erst im Nachhinein als entscheidend herausstellte.
Doch ihre "inneren Führer" konnten - oder wollten? - sie nicht vor dem Tod erretten. Sie wurde als Hexe verbrannt - und auch das wusste sie schon vorher von ihren inneren Stimmen. Warum, so fragen wir uns, wurde die heilige Johanna nicht von ihren Schutzgeistern vor diesem schrecklichen Tod bewahrt? Wollten oder konnten sie nicht (immer vorausgesetzt, dass es so etwas wie innere Führer gibt)? Vielleicht hatten diese Wesen mehr im Sinn. Vielleicht war der Tod der Jeanne d'Arc notwendig, um Frankreich vor dem endgültigen Zusammenbruch zu retten. Gottes Wege, so sagt der religiöse Mensch, sind unergründlich, aber weise. Und er oder seine Helfer denken nicht nur ans Persönliche.
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Die "innere Stimme" ist weltweit bekannt
http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/schutzengel/ga7.jpg
Die Menschen haben zu allen Zeiten in irgendeiner Form eine innere Führung akzeptiert. Sogar heute noch weisen Künstler, etwas ironisch, auf den Kuss der Muse hin, wenn sie wieder etwas Ungewöhnliches geschaffen haben. Die Namen sind zahlreich, die Phänomene aber ähnlich. "Sein Name ist: Gott im Menschen", sagte der chinesische Weise Laotse. Für den römischen Philosophen Seneca wohnte "der unendliche Geist" in unserer Seele, Die altindischen Philosophen nannten ihn - oder es - "Brahma". In den Upanishaden heißt er "Purusha", bei den Yoga-Praktikern "Guru", bei den alten Germanen "Fylgjur". Die Propheten desAlten Testaments standen ebenso unter seiner Führung wie Noah, als er seine Arche auf göttliches Geheiß baute, und Mohammed, der durch verschiedene Engel und Stimmen inspiriert wurde.
Für Meister Eckehart war der innere Führer ganz einfach Gott, für die Illuminaten der "geistige Führer", für die Okkultisten der "geistige Arzt", für die Künstler der "Genius". Der amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson nennt ihn "Überseele", und auch William James, der Begründer der amerikanischen Psychologie, zweifelt nach intensiven Studien nicht daran, dass wir unter der Leitung einer äußeren Macht stehen und ihr als Sprachrohr dienen. Natürlich hat sich auch der Schweizer Psychologe und Mythenforscher Carl Gustav Jung mit diesem Phänomen auseinandergesetzt. Er beschreibt seine Funktion mit dem Archetypus des "Selbst". "Es gibt in diesen Fällen", schreibt er, "eine unbewusste Autorität, welche dem Zweifel durch Schaffung eines fait accompli ein Ende setzt."
Alle diese Begriffe unterscheiden sich ein wenig. Aber sie alle drücken die gleiche Tatsache aus: Es gibt etwas in uns, das uns führt und uns manchmal auf Wege schickt, die wir mit unserem durch Logik und Folgerichtigkeit beschränkten Verstand nicht begreifen.
1. Sind Schutzengel real?
2. Rettung durch die "innere Stimme"
3. Der Fall Peter Caddy
4. Der Lösungsansatz der Psychologie
5. Was steckt hinter der "Stimme aus dem Bauch"?
6. Der Lösungsansatz der Physik
7. Neues Denken ist gefragt
http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/schutzengel/ga4.jpg
Manchmal schließt unser Verstand so schnell, dass er scheinbar augenblicklich das richtige Ergebnis einer langen Kette von Schlussfolgerungen findet. Die Entscheidung dringt blitzartig in unser Bewusstsein ein. Das nennen wir dann Intuition. In diesem Sinne ist Intuition so ziemlich das gleiche wie rationales Denken - nur dass es sich sehr schnell und offenbar unbewusst abspielt.
Aber die Ereignisse, mit denen wir uns hier auseinandersetzen - scheinbare Führungen durch Schutzengel - , widersprechen jeder Logik und Erfahrung. Nehmen Sie folgenden Fall, den mir eine routinierte Fahrlehrerin erzählt hat: Die Ampel stand auf Grün, der Verkehr floss normal, die Sonne schien, nichts deutete auf etwas Ungewöhnliches hin. Dennoch stieg die Frau ganz plötzlich vor der Kreuzung auf die Bremse. Fast im selben Augenblick brauste ein offenbar betrunkener Fahrer mit vollem Tempo bei Rot über die Kreuzung. Ein Zusammenstoß hätte tödlich ausgehen können.
Nun kann man hier eine Erklärung finden: Fahrlehrer müssen so etwas wie den siebten Sinn entwickeln - noch mehr hören und sehen als der normale Autofahrer, noch schneller reagieren. Aber wir kennen solche Vorfälle auch aus Situationen, in denen der Einfluss der Sinnesorgane (und damit die Wirkung der Intuition) mit Sicherheit auszuschließen ist, Beispielsweise im Krieg: jemand schlägt einen Fluchtweg ein, der jeder Logik und Erfahrung widerspricht - aber gerade dadurch rettet er sein Leben. Gibt es also so etwas wie eine Führung von oben, eine Art Schutzengel, der uns vor Unheil bewahrt und langfristig plant?
Als gläubige Christen könnten wir die Frage mit ja beantworten. Denn die meisten von uns kennen sicher das kitschige Bild, auf dem ein Engel zwei Kinder über eine etwas wackelige Brücke führt. Doch wir sind nicht so gläubig, dass wir die Thesen unserer Kinderbücher als Fakten akzeptieren. Und selbst wenn wir das täten - wie kann es so etwas geben? Wie kann man derartige Phänomene einordnen?
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Rettung durch die "innere Stimme"
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Berichte über "innere Führer" gibt es auch in der Geschichte. Einer, der beispielsweise voll auf seinen inneren Lenker vertraute, war der griechische Philosoph Sokrates. Er nannte ihn "Daimonion", was mit unserem "Dämon" nicht richtig übersetzt wird. Denn wir verstehen unter einem Dämon ein böses Wesen. Für Sokrates aber war seine innere Stimme etwas Göttliches. Und sie bewahrte ihn oft vor Unheil.
So war es auch in der unglücklichen Schlacht bei Delion. Sokrates floh mit dem Heerführer Laches. An einem Scheideweg riet ihm seine innere Stimme, nicht den anderen zu folgen. Und so überlebten er und seine Getreuen, die sich auf den inneren Führer ihres Meisters verließen.
Warum aber verließ die innere Stimme Sokrates, als er angeklagt und sogar zum Tode verurteilt wurde? Er hätte sich ohne weiteres verteidigen können, aber er tat es nicht, weil seine innere Stimme stumm blieb, so sehr er auch in sich hineinhorchte. Der große Denker akzeptierte dieses Schweigen. Offenbar hatte sein "Dämon" Höheres vor, sogar um den Preis des Lebens.
Ähnlich erging es im 15. Jahrhundert dem ungebildeten Bauernmädchen Johanna. Es konnte weder lesen noch schreiben und verließ sich ausschließlich auf seine inneren Stimmen. Als Jeanne d'Arc, die Jungfrau von Orleans, gewann sie Schlachten, die erfahrene Heerführer ganz anders geführt hätten. Sie hielt durch, wo andere längst aufgaben. Sie bestand auf Kleinigkeiten, deren Wert sich erst im Nachhinein als entscheidend herausstellte.
Doch ihre "inneren Führer" konnten - oder wollten? - sie nicht vor dem Tod erretten. Sie wurde als Hexe verbrannt - und auch das wusste sie schon vorher von ihren inneren Stimmen. Warum, so fragen wir uns, wurde die heilige Johanna nicht von ihren Schutzgeistern vor diesem schrecklichen Tod bewahrt? Wollten oder konnten sie nicht (immer vorausgesetzt, dass es so etwas wie innere Führer gibt)? Vielleicht hatten diese Wesen mehr im Sinn. Vielleicht war der Tod der Jeanne d'Arc notwendig, um Frankreich vor dem endgültigen Zusammenbruch zu retten. Gottes Wege, so sagt der religiöse Mensch, sind unergründlich, aber weise. Und er oder seine Helfer denken nicht nur ans Persönliche.
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Die "innere Stimme" ist weltweit bekannt
http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/schutzengel/ga7.jpg
Die Menschen haben zu allen Zeiten in irgendeiner Form eine innere Führung akzeptiert. Sogar heute noch weisen Künstler, etwas ironisch, auf den Kuss der Muse hin, wenn sie wieder etwas Ungewöhnliches geschaffen haben. Die Namen sind zahlreich, die Phänomene aber ähnlich. "Sein Name ist: Gott im Menschen", sagte der chinesische Weise Laotse. Für den römischen Philosophen Seneca wohnte "der unendliche Geist" in unserer Seele, Die altindischen Philosophen nannten ihn - oder es - "Brahma". In den Upanishaden heißt er "Purusha", bei den Yoga-Praktikern "Guru", bei den alten Germanen "Fylgjur". Die Propheten desAlten Testaments standen ebenso unter seiner Führung wie Noah, als er seine Arche auf göttliches Geheiß baute, und Mohammed, der durch verschiedene Engel und Stimmen inspiriert wurde.
Für Meister Eckehart war der innere Führer ganz einfach Gott, für die Illuminaten der "geistige Führer", für die Okkultisten der "geistige Arzt", für die Künstler der "Genius". Der amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson nennt ihn "Überseele", und auch William James, der Begründer der amerikanischen Psychologie, zweifelt nach intensiven Studien nicht daran, dass wir unter der Leitung einer äußeren Macht stehen und ihr als Sprachrohr dienen. Natürlich hat sich auch der Schweizer Psychologe und Mythenforscher Carl Gustav Jung mit diesem Phänomen auseinandergesetzt. Er beschreibt seine Funktion mit dem Archetypus des "Selbst". "Es gibt in diesen Fällen", schreibt er, "eine unbewusste Autorität, welche dem Zweifel durch Schaffung eines fait accompli ein Ende setzt."
Alle diese Begriffe unterscheiden sich ein wenig. Aber sie alle drücken die gleiche Tatsache aus: Es gibt etwas in uns, das uns führt und uns manchmal auf Wege schickt, die wir mit unserem durch Logik und Folgerichtigkeit beschränkten Verstand nicht begreifen.