Zentinel
Der Kampf ums Dasein
1. Der Kampf ums Dasein
2. Der "Kampf ums Dasein"
3. Darwins "Survival of the Fittest"
4. Die Irrwege des Charles Darwin
5. Das Patentrezept
6. Beispiele für Kooperation im Tierreich
7. Der Wert der Kooperation
http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/dasein/d1.jpg
Die Evolution der Lebewesen wird bestimmt durch den Kampf ums Dasein, der zusammen mit der natürlichen Auslese durch Umweltfaktoren zur Höherentwicklung der Lebewesen führt. Bei diesem Krieg der Natur überleben nur die Tüchtigsten, manche meinen auch: nur die Stärksten.
So präsentiert sich die Darwinsche Evolutionslehre. So oder so ähnlich formulierten Darwin, seine Mitstreiter und Nachfolger den Prozess, der zur unübersehbaren Fülle an Lebensformen führt, die wir heute beobachten können. Doch - alles ist daran falsch! Und Darwin wusste es. Aber infolge seiner durch den englischen Frühkapitalismus geprägten Ideologie von Kampf der Starken (= Unternehmer) und der Unterdrückung bis Ausrottung der Schwachen (= Arbeiter oder Kolonialvölker) präsentierte er eine These, die heute als einzig mögliche von der Fachwelt akzeptiert und "mit Zähnen und Klauen" verteidigt wird. Obwohl alle Fakten darauf hinweisen, dass die Wirklichkeit völlig anders ist. Doch schön der Reihe nach.
Das Ganze fing an in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Charles Darwin sein Werk "Über den Ursprung der Arten durch natürliche Auslese, oder die Bewahrung begünstigter Rassen im Kampf ums Überleben" 1859 veröffentlichte. Für Darwin bestand die Welt aus Kampf und Auslese, aus Überleben der Starken und Ausrottung der Schwachen. Für Liebe, Toleranz, Verständnis war kein Platz in seinem Buch.
Doch wie kam Darwin zu seinen Ideen? Wie er in seiner Autobiografie schreibt, war der englische Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Malthus sein Vorbild. Der meinte um 1800, bei der Vermehrung der Menschen käme es bald zu einer Hungerkatastrophe, denn die Menschheit wachse geometrisch (1, 2, 4, 8, 16, 32,...), der Vorrat an Nahrungsmitteln aber nur arithmetisch (1, 2, 3, 4, 5, 6,...). Das beeindruckte Darwin. So schrieb er: "Ein Kampf ums Dasein tritt unvermeidlich ein in Folge des starken Verhältnisses, in welchem sich alle Organismen zu vermehren streben." Seine, Darwins Lehre, wäre nichts anderes als "die Lehre von Malthus in verstärkter Kraft auf das gesamte Tier- und Pflanzenreich übertragen."
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Der "Kampf ums Dasein"
http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/dasein/6.jpg
Das englische Wort "fit" hat allerdings zwei Bedeutungen. Einerseits bezeichnet es den Zustand der Angepasstheit. "Fit to leave" heißt: bereit zum Abgang, als schon in Hut und Mantel. Andererseits will niemand, der ein Fitness-Studio aufsucht, seinen Grad der Angepasstheit erhöhen. Er oder sie will "fit" sein, also stark, schön, kompetent, was auch immer.
Das Schlagwort vom stammt also von Darwin. Das andere Schlagwort, das allgemein mit dieser Lehre verbunden wird und das so viel Unheil angerichtet hat, nämlich das "Überleben der Tüchtigsten", wurde von dem autodidaktischen Philosophen Herbert Spencer geprägt. Doch auch ein anderer Mit-Erfinder der Evolutionslehre, Alfred Russel Wallace, war nicht zimperlich, wenn es um die Anwendung frühkapitalistischer Maxime auf die gesamte Natur ging. 1864 schrieb er: "Die geistig und moralisch Höherstehenden müssen die tieferstehenden und minderwertigen Rassen ersetzen."
Wie mit letzteren zu verfahren wäre, hat der deutsche Arzt Alfred Ploetz in seiner "Rassenhygiene" umfassend erläutert. Da die natürliche Auslese nicht immer so funktioniert, wie es höherstehende Rassen gerne hätten, muss sie durch eine künstliche Auslese verstärkt werden. Und so geschah es auch in Deutschland ab 1933. Bezeichnend und kein Zufall: Der Prozess, bei dem Ärzte in den Konzentrationslagern der Nazis gleich an der Eisenbahnrampe die "Untauglichen" auswählten und in die Gaskammern schickten, hieß offiziell "Selektion" - auf deutsch "Auslese". So schließt sich der Kreis.
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Darwins "Survival of the Fittest"
http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/dasein/1.jpg
Ähnlich bei gewöhnlichen Haushähnen. Auch hier hat sich gezeigt: Je toller das Organ der Männlichkeit - der Kamm - desto anfälliger sind diese Individuen gegenüber Krankheiten. Als Ausleseprozess der Natur ist die geschlechtliche Auslese mithin rein zufällig und führt genauso oft zum Überleben der schlecht Angepassten wie umgekehrt. Wozu also den Begriff einführen, wenn er ohnedies nichts aussagt?
Ein weitere Punkt, den die Selektionsanhänger nicht erklären können, ist die Entstehung von Altruismus, also von selbstloser Aufopferung einzelner Individuen. Die Aufopfernden kommen nicht dazu, sich zu vermehren - wozu opfern sie sich dann auf? Eklatantes Beispiel: Ameisen, Bienen, Termiten. Bei ihnen vermehrt sich nur ein einziges Individuum, die "Königin". Alle anderen Mitbewohner des Haufens dienen dieser.
Das macht, meinen die Evolutionsanhänger, durchaus Sinn, weil - und dann kommen jede Menge Erklärungen - etwa, dass dadurch das Überleben der Gruppe gesichert ist. Ob das die kleinen Ameisen wissen? Ob das die Natur weiß? Und schließlich: Solche Aufopferung - solch Hintanstellen eigener Bedürfnisse - kommt auch bei nicht verwandten Tieren vor. So übernehmen gelegentlich zwei Löwen ein Rudel und vertreiben den bisherigen Pascha. danach teilen sie sich die Weibchen, aber nicht der Menge nach, sondern in der Zeit. Jedes Männchen begattet jedes Weibchen, der Nachwuchs trägt, zufällig verteilt, die Gene beider Väter. Der Clou bei der Sache: Diese Männchen sind in vielen Fällen überhaupt nicht miteinander verwandt! Sie sind einander in den Steppen Afrikas begegnet, haben Freundschaft geschlossen und den Harem gemeinsam übernommen. Wieso greift hier der Kampf ums eigene Dasein nicht?
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Die Irrwege des Charles Darwin
http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/dasein/7.jpg
Lehre ist keine Wissenschaft! In einer Wissenschaft muss man etwas messen oder zumindest bestimmen können. In der Evolutionslehre bietet sich hierfür der Begriff der "Fitness" (Angepasstheit, Tüchtigkeit) an, als Maß für die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Individuums. Schon früh wurde bemerkt, dass die Fitness-Definition tautologisch ist, also leer.
Denn:
(A) Wer fit ist, überlebt.
(B) Wer überlebt, ist fit.
Mithin gilt: A = B, und B = A. Sowas heißt "Zirkeldefinition". Aber selbst dann, wenn "fit" irgendwie konkret definiert wird, kommen wir nicht weiter. Denn es gibt keine einzige Voraussage über das Überleben irgendeiner Lebensform! Und es gibt zahlreiche Lebensformen ganz ohne Kampf. Beispiel: der äußerst zuvorkommende, äußerst friedliebende und hilfsbereite arabische Graudrossling (Turdoides squamiceps). Diese netten Vögel überbieten einander in Freundlichkeiten. Auch sie haben eine Hierarchie: Je netter jemand ist, desto weiter schafft er's nach oben. Die Erwachsenen ziehen gemeinsam die Jungen auf, füttern einander, kraulen einander, wärmen einander des Nachts, und es ist eine Ehre, den gefährlichen Posten des Wächters gegen Adler und Schlangen zu übernehmen. Diese Ehre steht eigentlich nur dem ranghöchsten Männchen zu, aber andere dürfen auch. Wie kamen die unscheinbaren Schnäpper zu ihrem extremen Altruismus, zumal in den Gruppen keineswegs nur verwandte Individuen vorhanden sind?
Der Biologe Amotz Zahavi von der Universität in Tel Aviv untersuchte die Sache. Seine Erkenntnisse gipfeln in dem erstaunlichen Satz: "Altruismus ist eine egoistische Aktivität." Wenn das kein Orwellsches "Zwiedenken" ist!
1. Der Kampf ums Dasein
2. Der "Kampf ums Dasein"
3. Darwins "Survival of the Fittest"
4. Die Irrwege des Charles Darwin
5. Das Patentrezept
6. Beispiele für Kooperation im Tierreich
7. Der Wert der Kooperation
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Die Evolution der Lebewesen wird bestimmt durch den Kampf ums Dasein, der zusammen mit der natürlichen Auslese durch Umweltfaktoren zur Höherentwicklung der Lebewesen führt. Bei diesem Krieg der Natur überleben nur die Tüchtigsten, manche meinen auch: nur die Stärksten.
So präsentiert sich die Darwinsche Evolutionslehre. So oder so ähnlich formulierten Darwin, seine Mitstreiter und Nachfolger den Prozess, der zur unübersehbaren Fülle an Lebensformen führt, die wir heute beobachten können. Doch - alles ist daran falsch! Und Darwin wusste es. Aber infolge seiner durch den englischen Frühkapitalismus geprägten Ideologie von Kampf der Starken (= Unternehmer) und der Unterdrückung bis Ausrottung der Schwachen (= Arbeiter oder Kolonialvölker) präsentierte er eine These, die heute als einzig mögliche von der Fachwelt akzeptiert und "mit Zähnen und Klauen" verteidigt wird. Obwohl alle Fakten darauf hinweisen, dass die Wirklichkeit völlig anders ist. Doch schön der Reihe nach.
Das Ganze fing an in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Charles Darwin sein Werk "Über den Ursprung der Arten durch natürliche Auslese, oder die Bewahrung begünstigter Rassen im Kampf ums Überleben" 1859 veröffentlichte. Für Darwin bestand die Welt aus Kampf und Auslese, aus Überleben der Starken und Ausrottung der Schwachen. Für Liebe, Toleranz, Verständnis war kein Platz in seinem Buch.
Doch wie kam Darwin zu seinen Ideen? Wie er in seiner Autobiografie schreibt, war der englische Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Malthus sein Vorbild. Der meinte um 1800, bei der Vermehrung der Menschen käme es bald zu einer Hungerkatastrophe, denn die Menschheit wachse geometrisch (1, 2, 4, 8, 16, 32,...), der Vorrat an Nahrungsmitteln aber nur arithmetisch (1, 2, 3, 4, 5, 6,...). Das beeindruckte Darwin. So schrieb er: "Ein Kampf ums Dasein tritt unvermeidlich ein in Folge des starken Verhältnisses, in welchem sich alle Organismen zu vermehren streben." Seine, Darwins Lehre, wäre nichts anderes als "die Lehre von Malthus in verstärkter Kraft auf das gesamte Tier- und Pflanzenreich übertragen."
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Der "Kampf ums Dasein"
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Das englische Wort "fit" hat allerdings zwei Bedeutungen. Einerseits bezeichnet es den Zustand der Angepasstheit. "Fit to leave" heißt: bereit zum Abgang, als schon in Hut und Mantel. Andererseits will niemand, der ein Fitness-Studio aufsucht, seinen Grad der Angepasstheit erhöhen. Er oder sie will "fit" sein, also stark, schön, kompetent, was auch immer.
Das Schlagwort vom stammt also von Darwin. Das andere Schlagwort, das allgemein mit dieser Lehre verbunden wird und das so viel Unheil angerichtet hat, nämlich das "Überleben der Tüchtigsten", wurde von dem autodidaktischen Philosophen Herbert Spencer geprägt. Doch auch ein anderer Mit-Erfinder der Evolutionslehre, Alfred Russel Wallace, war nicht zimperlich, wenn es um die Anwendung frühkapitalistischer Maxime auf die gesamte Natur ging. 1864 schrieb er: "Die geistig und moralisch Höherstehenden müssen die tieferstehenden und minderwertigen Rassen ersetzen."
Wie mit letzteren zu verfahren wäre, hat der deutsche Arzt Alfred Ploetz in seiner "Rassenhygiene" umfassend erläutert. Da die natürliche Auslese nicht immer so funktioniert, wie es höherstehende Rassen gerne hätten, muss sie durch eine künstliche Auslese verstärkt werden. Und so geschah es auch in Deutschland ab 1933. Bezeichnend und kein Zufall: Der Prozess, bei dem Ärzte in den Konzentrationslagern der Nazis gleich an der Eisenbahnrampe die "Untauglichen" auswählten und in die Gaskammern schickten, hieß offiziell "Selektion" - auf deutsch "Auslese". So schließt sich der Kreis.
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Darwins "Survival of the Fittest"
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Ähnlich bei gewöhnlichen Haushähnen. Auch hier hat sich gezeigt: Je toller das Organ der Männlichkeit - der Kamm - desto anfälliger sind diese Individuen gegenüber Krankheiten. Als Ausleseprozess der Natur ist die geschlechtliche Auslese mithin rein zufällig und führt genauso oft zum Überleben der schlecht Angepassten wie umgekehrt. Wozu also den Begriff einführen, wenn er ohnedies nichts aussagt?
Ein weitere Punkt, den die Selektionsanhänger nicht erklären können, ist die Entstehung von Altruismus, also von selbstloser Aufopferung einzelner Individuen. Die Aufopfernden kommen nicht dazu, sich zu vermehren - wozu opfern sie sich dann auf? Eklatantes Beispiel: Ameisen, Bienen, Termiten. Bei ihnen vermehrt sich nur ein einziges Individuum, die "Königin". Alle anderen Mitbewohner des Haufens dienen dieser.
Das macht, meinen die Evolutionsanhänger, durchaus Sinn, weil - und dann kommen jede Menge Erklärungen - etwa, dass dadurch das Überleben der Gruppe gesichert ist. Ob das die kleinen Ameisen wissen? Ob das die Natur weiß? Und schließlich: Solche Aufopferung - solch Hintanstellen eigener Bedürfnisse - kommt auch bei nicht verwandten Tieren vor. So übernehmen gelegentlich zwei Löwen ein Rudel und vertreiben den bisherigen Pascha. danach teilen sie sich die Weibchen, aber nicht der Menge nach, sondern in der Zeit. Jedes Männchen begattet jedes Weibchen, der Nachwuchs trägt, zufällig verteilt, die Gene beider Väter. Der Clou bei der Sache: Diese Männchen sind in vielen Fällen überhaupt nicht miteinander verwandt! Sie sind einander in den Steppen Afrikas begegnet, haben Freundschaft geschlossen und den Harem gemeinsam übernommen. Wieso greift hier der Kampf ums eigene Dasein nicht?
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Die Irrwege des Charles Darwin
http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/dasein/7.jpg
Lehre ist keine Wissenschaft! In einer Wissenschaft muss man etwas messen oder zumindest bestimmen können. In der Evolutionslehre bietet sich hierfür der Begriff der "Fitness" (Angepasstheit, Tüchtigkeit) an, als Maß für die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Individuums. Schon früh wurde bemerkt, dass die Fitness-Definition tautologisch ist, also leer.
Denn:
(A) Wer fit ist, überlebt.
(B) Wer überlebt, ist fit.
Mithin gilt: A = B, und B = A. Sowas heißt "Zirkeldefinition". Aber selbst dann, wenn "fit" irgendwie konkret definiert wird, kommen wir nicht weiter. Denn es gibt keine einzige Voraussage über das Überleben irgendeiner Lebensform! Und es gibt zahlreiche Lebensformen ganz ohne Kampf. Beispiel: der äußerst zuvorkommende, äußerst friedliebende und hilfsbereite arabische Graudrossling (Turdoides squamiceps). Diese netten Vögel überbieten einander in Freundlichkeiten. Auch sie haben eine Hierarchie: Je netter jemand ist, desto weiter schafft er's nach oben. Die Erwachsenen ziehen gemeinsam die Jungen auf, füttern einander, kraulen einander, wärmen einander des Nachts, und es ist eine Ehre, den gefährlichen Posten des Wächters gegen Adler und Schlangen zu übernehmen. Diese Ehre steht eigentlich nur dem ranghöchsten Männchen zu, aber andere dürfen auch. Wie kamen die unscheinbaren Schnäpper zu ihrem extremen Altruismus, zumal in den Gruppen keineswegs nur verwandte Individuen vorhanden sind?
Der Biologe Amotz Zahavi von der Universität in Tel Aviv untersuchte die Sache. Seine Erkenntnisse gipfeln in dem erstaunlichen Satz: "Altruismus ist eine egoistische Aktivität." Wenn das kein Orwellsches "Zwiedenken" ist!