Thema anzeigen : Sind Zeitreisen möglich ? (2/5)


Zentinel
Sind Zeitreisen möglich ?

1. Sind Zeitreisen möglich ?
2. Der Mord am Grossvater
3. Das fließende Raum-Zeit-Gefüge
4. Parallelwelten als Tür zu Zeitreisen
5. Ungeschehene Geschichte
6. Echte Zeitmaschinen
7. Wagnis Zeitreise

http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/index.jpg

Im Jahre 1895 schickte der britische Schriftsteller und Sozial-Philosoph Herbert George Wells (1866 - 1946) seinen namenlosen Helden auf eine Zeitreise 800.000 Jahre in die Zukunft. Das war der Beginn einer äußerst fruchtbaren Periode in der Geschichte der Science Fiction - und Zeitreisen wurden bei Autoren und Lesern zu sehr beliebten Themen, bis hin zum Film ("Zurück in die Zukunft", Teil I, II und III, sowie diverse Star-Trek-Episoden).

Bei einer Fahrt in die Zukunft ist alles ganz normal, sofern die Reise als solche als "normal" bezeichnet werden kann. Zahlreiche Lebensformen unternehmen auf ihre Weise solche Ausflüge: Sie verpuppen sich, bilden Sporen oder halten Winterschlaf. Wenn sie wieder zum Leben erwachen, landen sie in der Zukunft, denn die inzwischen verflossene Zeit wird von ihrem Körper nicht registriert.

Aber diese Form der Zeitreise ist, wie gesagt, harmlos, jedenfalls vom Standpunkt der Logik und der Physik. Haarig wird die Sache erst bei einer Reise in die Vergangenheit. Bevor wir zeigen, wie man tatsächlich in der Zeit reisen kann, müssen wir uns mit den Paradoxien beschäftigen, mit den logische Unmöglichkeiten, die bei einer solchen Reise auftreten. Zwei solcher Paradoxien durchziehen die Literatur: das "Großvater-Paradoxon" und das "Informations-Paradoxon".

Links zum Thema: Utopie Zeitreise (http://www.freenet.de/freenet/wissenschaft/innovationen/zeitreise/index.html)
Info Zeitreisen (http://www.damanhur.org/orome/info/html/zeitreisen.htm)
Zeitreisen-Rechner (http://www.1ok.de/rechner.htm)
Zeitreisen (http://www.faszination-wissenschaft.de/Relativitatstheorie/Zeitreisen/zeitreisen.html)
Zeitmaschinen (http://www.freenet.de/freenet/wissenschaft/innovationen/zeitreise/zeitreisen.html)

------------------------------------

Der Mord am Grossvater ?

http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/02.jpg

Das Großvater-Paradoxon besteht darin, dass der Zeitreisende in der Vergangenheit seinen Großvater erschießt und damit seine eigene Zeugung verhindert. Da er nun nicht gezeugt werden kann, existiert er sozusagen gar nicht, kann also gar nicht in die Vergangenheit reisen, um seinen Großvater zu erschießen. Also existiert er doch, also kann er doch ... ad infinitum. Aufmerksame Leser werden fragen: Wieso den Großvater, wo's doch kürzer und wirkungsvoller mit dem Vater auch funktionieren würde? Richtig, aber da wären wir dann bei Ödipus...

Das Informations-Paradoxon hat der Science-Fiction-Autor Anthony Burgess in seiner herrlich absurden Geschichte "Die Muse" am besten veranschaulicht. Ein Shakespeare-Verehrer besteigt eine Zeitmaschine, beladen mit sämtlichen Werken seines Idols, und sucht den Meister persönlich auf, zwecks Autogramm-Sammlung. Doch Shakespeare, in Wirklichkeit ein fauler, nichtsnutziger und völlig unbegabter elisabethanischer Playboy, nimmt ihm alle Bücher weg - und schreibt seine eigenen Werke ab. So erhebt sich nun die bange Frage: Wer hat Shakespeares Werke geschrieben?

Was sagen denn die Physiker dazu? Sie spekulieren eifrig mit, seitdem Mathematiker und Physiker lange vor Einstein im vorigen Jahrhundert auf die Idee kamen, dass die Zeit nichts Absolutes und vom Raum Getrenntes sein könnte (wie Newton behauptete), sondern die vierte Dimension eines Raum-Zeit-Gefüges. So fängt ja auch Wells berühmter Roman "Die Zeitmaschine" an: Der Zeitreisende erklärt seinen viktorianischen Freunden im Salon, die Zeit sei eine vierte Dimension, in der man sich ebenso frei bewegen könne wie im Raum.

Allerdings: Die Idee allein reicht nicht. Auch Einsteins spezielle Relativitätstheorie (1905) brachte da nichts Neues. Zwar ergaben sich höchst seltsame Effekte bei Überlichtgeschwindigkeit, doch die war (a) verboten, und (b) würde die Zeit jenseits der Lichtschranke imaginär, was immer das bedeuten mag - offenbar nichts, jedenfalls nichts, was zu einer Zeitmaschine reichen würde.

------------------------------------

Das fließende Raum-Zeit-Gefüge

http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/wl.jpg

Erst mit seiner 1915 publizierten allgemeinen Relativitätstheorie wurde wissenschaftlicher und schriftstellerischer Spekulation Tür und Tor geöffnet. Jetzt konnte das Raum-Zeit-Gebilde auch gekrümmt sein - so krumm, dass es sich in sich selbst zurückbog. Und damit wurden Reisen in die Vergangenheit möglich. Aber wie?

Karl Schwarzschild war der erste, der die bizarren Beziehungen rund um ein Schwarzes Loch untersuchte. Er erkannte (rein theoretisch), dass es einen unsichtbaren Horizont um ein solches Gebilde gibt, innerhalb dessen sich Raum und Zeit umkehren. Wo vorhin die Zeit unerbittlich voranschritt, wird jetzt der Raum zum gnadenlosen Führer, der den unglücklichen Raumfahrer hinabzieht. Wo der Raum vorher beliebig begehbar war, wird die Zeit nun zu einer Dimension, die man auf- und abwandern kann, sofern einem dazu noch Zeit bleibt.

Einstein selbst war von solchen Spekulationen nicht begeistert. Schwarze Löcher (sie hießen damals noch nicht so) lehnte er bis an sein Lebensende ab. Als aber dann sein bester Freund, der Mathematiker Kurt Gödel, 1946 schlüssig mathematisch bewies, dass in einem rotierenden Universum Zeitreisen problemlos möglich sind, da war der Schöpfer eben dieser Formeln alles andere als erfreut. Erst die Großmeister der Schwarzen Löcher, Kip Thorne und John Archibald Wheeler, begannen Spekulationen über Zeitreisen ernst zu nehmen.

Schon vorher hatten einige Physiker erkannt, dass bei einem rotierenden Schwarzen Loch Zeitreisen möglich sind. Thorne und Wheeler erfanden das "Wurmloch" - winzige Fluktuationen im Raum-Zeit-Gefüge, die als Abkürzungen in andere Teile des Universums - und in andere Zeiten - brauchbar wären. Zwar sind Wurmlöcher kleiner als Atomkerne und sie leben kürzer als ein Lichtblitz, aber man könnte sie ja irgendwie aufblasen und mit dem entsprechenden Raumzeitkleber stabilisieren. So geschehen in diversen Star-Trek-Episoden und anderen Geschichten.

Zentinel
Parallelwelten als Tür zu Zeitreisen

http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/01.jpg

Aber selbst wenn das möglich wäre - die Paradoxien bleiben. Und sie richten mit ihrer Verletzung der Kausalität die gesamte Physik zugrunde. Gibt es einen Ausweg? Es gibt ihn, und zwar in jenem Bereich der Physik, in dem die bekannten Naturgesetze ohnedies zumindest teilweise aufgehoben sind: in der Quantenphysik.

Zwar herrschen hier keine Zweifel über die Formeln, wohl aber über ihre Interpretation. Ein Schüler von Wheeler, Hugh Everett, und sein Kollege Bryce de Witt fanden eine höchst interessante Deutung, die mit einem Schlag alle Zeitreise-Paradoxa aufheben könnte: die Vielwelten-Theorie. Danach spaltet sich die Welt in jedem Augenblick in mehrere Welten auf, gemäß den Möglichkeiten der Schrödinger-Gleichung, die als Grundlage der Beschreibung der Welt im Kleinen dient.

Zwar ist nicht ganz klar, wann die Welt sich spaltet, und noch weniger, wo all die unendlich vielen Universen liegen (und in jedem Augenblick kommen wieder unendlich viele Welten dazu!). Doch angewandt auf Zeitreisen kommen wir damit zum Konzept der Parallelwelten, die alle Paradoxien meiden. Wenn ich in die Vergangenheit zurückreise und den obligaten Opa-Mord begehe, dann betrifft dies nicht meine Zukunft, sondern die einer Parallelwelt, die ich mit meiner Intervention in diesem Augenblick erschaffen habe.

Eine richtige Lösung ist diese These aber nicht. Kehren wir in unseren Alltag zurück und betrachten ein Phänomen, an das zwar viele nicht glauben, das aber für philosophische Überlegungen zu Zeitreisen sehr gut geeignet ist: die Kunst des Handlesens. Da der Verfasser dieser Zeilen sich damit beschäftigt, wird er auch öfter gefragt: Wenn die Linien in meiner Hand (die auch eine zeitliche Entwicklung anzeigen), schon festliegen, heißt dies, dass meine gesamte Zukunft festgelegt ist? Die Antwort: Linien können sich ändern, und damit auch die Zukunft - oder die Vergangenheit. Aber wie kann sich die Vergangenheit ändern, sie ist doch schon geschehen?

Das ist ein Irrtum. Die Vergangenheit existiert nicht, einfach so, sondern nur in unserem Gedächtnis, in unserer Erinnerung, in unseren Vorstellungen. Ändern wir unsere Erinnerung - wie in Orwells "Wahrheitsministerium" in seiner Alptraumwelt "1984", dann ändert sich damit auch die Vergangenheit. Doch das befriedigt uns nicht. Wir wollen die Vergangenheit wirklich anders machen. Und was käme dabei heraus?

------------------------------------

Ungeschehene Geschichte

http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/03.jpg

Angenommen, Sie hätten die Möglichkeit, in die Vergangenheit zu reisen, an eine beliebige Stelle Ihrer Biografie, um dort in die Geschichte Ihres Lebens einzugreifen. Könnten Sie damit die Zukunft ändern? In dem Film "Turn Back the Clock" versucht eine Frau genau das. Auf einer Silvesterfeier gerät sie in Streit mit ihrem Mann. Er attackiert sie, sie greift verzweifelt in eine Schublade, wo eine Pistole liegt, die auch noch geladen ist. Und so schießt sie auf ihn, er sinkt, tödlich getroffen, zu Boden.

Verzweifelt wünscht sie sich nur eines: dass sie das rückgängig machen kann. So geschieht es: Als sie zur Feier zurückkehrt, sieht sie dort ihren Mann, gesund und fröhlich. Sie ist ein Jahr in der Zeit zurückgerutscht und hat nun ein Jahr Zeit, den Vorfall zu verhindern. Doch ihr Mann verliebt sich in die gleiche Frau, auch wenn die Gattin alles versucht, dies zu unterbinden, und am Silvesterabend, nach einem Jahr, kommt es wieder zum Streit. Diesmal ist die Schublade leer - aber ein guter Freund der Frau bekommt den Streit mit und erschießt im letzten Augenblick ihren Mann. Dem Schicksal ist so leicht nicht zu entkommen.

Das glaubt auch der Berliner Historiker Alexander Demant. In seinem Buch "Ungeschehene Geschichte" macht er sich darüber Gedanken, was gewesen wäre, hätte man Jesus nicht gekreuzigt oder wäre Hitler im Zweiten Weltkrieg Sieger gewesen. Ergebnis: Die Geschichte wäre trotz allem ziemlich ähnlich verlaufen. Dafür spricht auch ein echtes Experiment der Geschichte, die siebzigjährige Herrschaft der Kommunisten in der Sowjetunion.

Als die Zeit zu Ende war, kehrte Russland zu dem zurück, was ohne Kommunismus ein wenig früher geschehen wäre: eine mehr schlecht als recht, aber dennoch funktionierende Demokratie mit Kapitalismus und all seinen Folgen. Mit anderen Worten: Würde ein Eingriff in der - in die - die Vergangenheit wirklich so viel bringen?

------------------------------------

Echte Zeitmaschinen

http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/04.jpg

Fangen wir an mit Tiplers Zeitmaschine. Frank Tipler hat, gegründet auf streng physikalische Überlegungen, Anweisungen zur Konstruktion einer Zeitmaschine gegeben, mit einigen technischen Problemen. Man nehme überdichte Materie (so dicht wie in einem Neutronenstern, wo ein Kubikmillimeter soviel wiegt wie ein Schlachtschiff), bastle daraus einen sehr dünnen, sehr langen Zylinder (mindestens 100 Kilometer lang), der dann so schnell gedreht wird, dass sich seine Oberfläche mit halber Lichtgeschwindigkeit bewegt.

Dann haben wir eine Zeitmaschine (wenn sie uns nicht um die Ohren fliegt oder vorher schon zusammenbricht), mit einem Nachteil: Zeitreisen sind nur auf seiner Oberfläche möglich (da kann einem ganz schön schwindelig werden), und auch nur innerhalb der Zeit, da diese Maschine existiert. Das bringt wohl nicht viel.

Versuchen wir's virtuell. Zeitreisen der virtuellen Art in fiktive Parallelwelten sind mit dem Softwarepaket TEMPORAL möglich. Und das geht so: Nach Installation des Programms muss der Benutzer sämtliche Daten des eigenen Lebens eingeben, alle Ereignisse, Krankheiten, Gefühle und Erinnerungen, je vollständiger, desto besser. Dann wird das Programm kalibriert. Es geht in bestimmte Situationen der Vergangenheit und versucht, die sich daraus ergebenden Ereignisse vorauszusagen. Die Voraussage wird mit der Wirklichkeit verglichen, und so nähert sich das Programm in seinen Berechnungen immer mehr der Realität. Auch bei der Vorhersage künftiger Ereignisse wird ständig nachgeeicht.

Der Benutzer kann nach dieser Phase nun das Programm für Reisen in virtuelle Parallelwelten benutzen. Dazu ändert er eine Situation der Vergangenheit und bekommt vom Programm geschildert, welche Entwicklungen sich daraus ergeben würden. Eine schöne und ungefährliche Art, die eigene Vergangenheit, Zukunft und Parallelwelt zu erforschen. Einziger Nachteil: Das Programm ist noch nicht ganz fertig.

------------------------------------

Wagnis Zeitreise

http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/05.jpg

Eine Möglichkeit zu virtuellen Reisen ganz ohne Computer ist die Regression und Imagination. Esoterische Therapeuten machen sich das Prinzip zu Nutze: Sie führen den Klienten in frühere Leben zurück (Regression) oder suggerieren ihm/ihr, sich in die Zukunft vorzuwagen (Imagination = Fantasie). Das Ergebnis ist meist höchst faszinierend, wenn auch nicht unbedingt real. Solche Reisen kann jeder auch allein unternehmen, durch Meditation und Übung.

Sollen wir uns wirklich um Zeitreisen bemühen? Stellen wir uns vor, dass es eines Tages Zeitmaschinen gibt, die routinemäßig eingesetzt werden. Da solche Apparate teuer sind, muss das Geld für ihren Aufwand wieder irgendwie hereinkommen. Und das geht am einfachsten durch ihren Einsatz in Reisebüros - Zeitreisebüros versteht sich.

Was dann geschehen wird, schildert uns der Autor Garry Kilworth in seiner deprimierenden Erzählung "Auf nach Golgotha": Natürlich wollen alle Christen die eine Szene erleben, da Jesus gekreuzigt wird. Und die als Juden verkleideten Zeitreisenden müssen erkennen, dass niemand von den Mit-Zuschauern echt ist: Alle sind sie über das Reisebüro gekommen, um sich an Christi Qualen zu ergötzen. Und alle Zeitreisenden brüllen, gemäß Instruktion des Reiseleiters: Kreuziget ihn!

Bleiben wir doch lieber in unserer Zeit ...

Zentinel
Andere Threads zum Thema:

1/5: Die Rätsel der Menschheit (http://www.t-world.ch/vbb/forums/showthread.php?threadid=5435)
3/5: Reise zum Sirius (http://www.t-world.ch/vbb/forums/showthread.php?threadid=5440)
4/5: Der Kampf ums Dasein (http://www.t-world.ch/vbb/forums/showthread.php?threadid=5446)
5/5: Sind Schutzengel Real ? (http://www.t-world.ch/vbb/forums/showthread.php?threadid=5448)

Quelle der Texte: http://web005.webspace4you.ch/~t-world-ch/zentinel/pmlogo.jpg (http://www.pm-magazin.de/de/)

cycoass
nicht schlecht ich habe nicht gedacht das du dich für sowas interessiert

es gibt einen author der ich empfehle : w.s Burroughs
er schreibt über time machine

oder alvin toffler : future shock

die theorie ist so dass auf der erde bereits Zeit verschiebung gibt z.b wenn du bauer bist im appenzell dann die zeit geht langsamer als einen Broker von New york (logisch oder ?)
wenn wir den Bauer in mitte von time square :P setzen wird er nicht mehr verstehen was läuft und wird durchdrehen und vielleicht sterben sogar !



oder für einen 40 jährige geht auch die zeit langsamer
als einen 8 jährige es ist bewiesen worden das einen
8 jährige (z.b) mehr in einem tag macht als einen 40 jährige
in einem jahr .

vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt es ist schon besser die bücher zu lesen

:lesen: